Month: April 2016

aminosaeuren

Aminosäuren – natürliche Kraftwerke:

Rund 20 verschiedene Aminosäuren sind wichtige Bausteine für körpereigene Eiweißstoffe.

Sie sind intelligente, komplizierte organische Verbindungen und erfüllen im Körper wichtige Aufgaben: Aminosäuren sind die Bausteine unserer Eiweißstoffe (Proteine) .

Während Proteine zu der Gruppe der Makronährstoffe gezählt werden, sind Aminosäuren den Mikronährstoffen zuzuordnen. Aminosäuren sind unentbehrliche Nahrungsbestandteile, die in essentielle und nicht essentielle Aminosäuren unterschieden werden können.

Aminosäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann und mit der Nahrung zugeführt werden müssen.

Ohne Aminosäuren keine Proteine:

Es gibt 20 verschiedene  Aminosäuren, die wichtige Bausteine der körpereigenen Eiweißstoffe sind. Man bezeichnet sie als proteinogene Aminosäuren, denn sie sind in Proteine eingebaut. Eine weit größere Anzahl, nämlich über 250 verschiedene Aminosäurearten kommen nicht in Proteinen vor.

Die verschiedenen Aminosäurearten sind molekular unterschiedlich aufgebaut, je nachdem, wofür der Körper Aminosäuren benötigt, werden Proteine in Ihre Bestandteile aufgespalten.

 

In der Ernährungsmedizin unterscheidet man 3 Arten:

Unentbehrliche Aminosäuren:

Threonin (z.B. Rindfleisch), Lysin (Hühnerfleisch): Valin, Leucin, Isoleucin (alle z.B. in Hühnerfleisch, Rindfleisch, Eiern, Milch), Phenylalanin (z.B. Erbsen, Kürbiskerne)

Tryptophan (z.B. Sojabohnen)

Methionin (z.B. Lachs)

 

Bedingt entbehrliche Aminosäuren:

Histidin (z.B. Fisch), Arginin (z.B. Erbsen, Erdnüsse, Kürbiskerne), Serin, Tyrosin, Cystein (alle z.B. in Hühnerfleisch, Rindfleisch, Eiern, Milch)

 

Entbehrliche Aminosäuren:

Glycin, Alanin (z.B. Hühnerfleisch, Rindfleisch, Eier, Milch)

Prolin (z.B. Weizen, Dinkel, Sojabohnen)

Asparagin und Asparaginsäure (z.B. Keime von Hülsenfrüchten, Spargel)

Glutamin und Glutaminsäure (z.B. Linsen, Weizen, Sojabohnen)

 

Aminosäuren  – Wirkung:

Aminosäuren werden in der Leber entweder zu Proteinen „umgebaut“ oder in den Stoffwechsel eingeschleust, wo sie unterschiedliche Wirkungen entfalten (z.B. als Transportstoff für  Fettsäuren, als Botenstoff im Nerven- oder Verdauungssystem).

 

Tägliche Eiweiß-Empfehlung:

Die tägliche empfohlene Eiweißzufuhr liegt bei erwachsenen Männern und Frauen bei ca. 0,8kg pro kg, für Leistungssportler werden 1,2-1,7 g pro kg Körpergewicht.

Die biologische Wertigkeit eines Proteins ist eine Zahl, die angibt, wie gut der Körper das zugeführte Eiweiß in körpereigenes Eiweiß umwandeln kann.

Vegetarier und Veganer, die auf den Verzehr tierischer Produkte, wie z.B. Fleisch, Eier und Milch verzichten, nehmen weniger hochwertiges Eiweiß auf.

Aus natürlichen Nahrungsmitteln ist eine biologische Wertigkeit von über 130-140 jedoch nicht möglich.

 

Aminosäuren im Detail:

  • Lysin (Schweinefleisch, Hühnerfleisch, Fisch, Linsen, Weizenkeime): ist eine in Getreidearten enthaltene Aminosäure. Sie wirkt ausgleichend auf das Immunsystem und ist außerdem für die Bildung von Carnitin von Bedeutung.
  • Phenylalanin: (Sojabohnen, Nüsse, Weizenkeime, Fisch): Gemeinsam mit Tyrosin bildet Phenylalanin die Hormone Adrenalin und Thyroxin.
  • Tryptophan: (Sojabohnen, alle Arten von Fleisch, Hartkäse): Die Aminosäure ist für die Eiweißsynthese in der Leber verantwortlich, aus diesem Mikronährstoff können das Glückshormon Serotonin und das Schlafhormon Melatonin hergestellt werden.
  • Methionin (Lachs, Meeresfrüchte, weißes Fleisch): Gemeinsam mit Cystein stellt Methionin die Hauptschwefelquelle in der menschlichen Nahrung dar. Cystein wird aus Methionin gebildet. Die schwefelhaltige Aminosäure fördert den Knorpelaufbau, wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd. Außerdem verhindert sie den Fettabbau in der Leber und ist für den Aufbau von Gewebe, Haar und Nägel verantwortlich.
  • Histidin: (Fisch, Rindfleisch, Sojabohnen, Weizenkeime): Fördert den Gewebeaufbau, vor allem im Säuglingsalter.
  • Arginin (Nüsse, Eier, weißes Fleisch, fettreicher Fisch): ist maßgeblich am Harnstoffzyklus beteiligt, fördert die Ausscheidung von Ammoniak im Harn. Arginin verbessert die Durchblutung der Gefäße und schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Impotenz.
  • Serin (Sonnenblumenbrot, Nüsse, Topfen und Streichkäse): Auf eine ausreichende Zufuhr ist vor allem bei Betroffenen mit chronischem Nierenversagen zu achten.
  • Tyrosin (Fische, Eier, Linsen, Hartkäse): ist wichtig für Frühgeborene, bei Betroffenen, die an einer Blutvergiftung laborieren oder bei Phenylalanin-Mangel.
  • Doppelt-Phenylalanin (Gemüse, Nüsse, Milchprodukte, Fleisch, Fisch): ist am menschlichen Stickstoffwechsel beteiligt und ist wichtig, um im Gehirn Botenstoffe, wie Serotonin und Dopamin herzustellen.
  • Cystein (Obst, Gemüse, mageres Fleisch): bei Methionin-Mangel (Methionin ist für den Aufbau von Gewebe, Haar und Nägel verantwortlich)
  • Prolin (Fleisch, Fisch, Milch): Diese Aminosäure ist im Bindegewebe und Kollagen enthalten und wird aus Glutamin gebildet.
  • Glutamin und Glutaminsäure: (Käse, mageres Fleisch, Milch, Eier): Die beiden einander ähnlichen Aminosäuren finden sich u.a. im Blutplasma und in der Rückenmarksflüssigkeit. Glutamin sorgt für straffe Haut, stärkt das Immunsystem, wirkt Stress und Schlafstörungen entgegen.